Seewerk Falkenhagen

Die Geschichte der Liegenschaft reicht bis in die 1930er Jahre zurück. Die Nazis errichteten unter dem Namen »Seewerk« einen riesigen unterirdischen Produktionsbunker und stellten dort eine als »N-Stoff« bezeichnete Substanz her. Anfang der 1940er Jahre wurde begonnen, auch Anlagen zur industriellen Großproduktion des Kampfstoffes »Sarin« zu errichten. Bis zur Eroberung durch die Rote Armee im Jahr 1945 wurde der Bunker von der Wehrmacht genutzt. Nach 1945 war das Gebiet um den Bunker Sperrgebiet, mit einer Legende als Lazarett bzw. Heilanstalt und ab 1959 als Kfz-Instandsetzungsbetrieb. Bereits 1946 wurde der Raum Falkenhagen (ohne Nennung des Bunkers oder seiner Nutzung) als Ort für die rückwärtige Führungsstelle einer Front der GSSD genannt. Der heutige Bunker wurde in den 1960er Jahren durch Spezialkräfte der NVA im Auftrag der GSSD umgebaut. Die GSSD stellte für diesen Umbau Medien und das Baumaterial bereit. Der Bunker wurde für die neue Funktion 1965 in Betrieb genommen.

Von 1945 bis 1992 nutzen die sowjetischen Truppen die leeren unter- und oberirdischen Bauten für ihre Zwecke. Der einstige viergeschossige Produktionsbunker mit Wandstärken von bis zu 4,50 Metern wurde ab 1948 mit gewaltigem Aufwand zu einem ABC-Waffen sicheren Führungsbunker umgebaut. Die oberirdische Bauten wurden umgenutzt und durch zahlreiche Neubauten ergänzt. Der eigentliche Nutzungszweck, durch die Sowjetarmee genutze Anlage der einstmals streng geheimen Führungsstelle (Militärsiedlung Nr.1 /Garnison Falkenhagen), ist bis heute nicht genau aufgeklärt worden. Mit einer Nutzfläche von ca. 8400 m² im Haupttrakt und ca. 3000 m² im Anbau, stellte diese Anlage auf dem Gebiet der ehemaligen DDR die grösste Bunkeranlage dar.

Das Gelände um den Bunker ist mit einer Vielzahl von heute verlassenen Gebäuden bebaut. Es fand keine Nachnutzung statt, die sowjetischen Rückbaukommandos übergaben die Liegenschaft unversehrt an das damalige Bundesvermögensamt Frankfurt (Oder). Das Bundesvermögensamt verwaltete die Liegenschaft bis zum Jahre 2003, dann wurde sie verkauft.


Standort: Brandenburg / Germany

Eigentümer: Privatbesitz

Bauherr: Oberkommando der Wehrmacht

Fotograf: Denny Müller

Status: Teilnutzung

Stand: 2018

Quelle: Heini Hofmann, „Geheimobjekt Seewerk“, Heinrich-Jund Verlag, Zella-Mehlis/Meiningen, ISBN 978-3-930588-79-4/ Peter Rentsch, Thomas Kemnitz: Führungskomplex Falkenhagen, edition vimudeap, 2005, ISBN 978-3-000155-34-5/ Wikimedia Foundation Inc.

  • Bild (1)
  • Bild (10)
  • Bild (11)
  • Bild (12)
  • Bild (13)
  • Bild (14)
  • Bild (15)
  • Bild (16)
  • Bild (17)
  • Bild (18)
  • Bild (19)
  • Bild (2)
  • Bild (20)
  • Bild (21)
  • Bild (22)
  • Bild (23)
  • Bild (24)
  • Bild (25)
  • Bild (26)
  • Bild (27)
  • Bild (28)
  • Bild (29)
  • Bild (3)
  • Bild (30)
  • Bild (31)
  • Bild (32)
  • Bild (33)
  • Bild (34)
  • Bild (35)
  • Bild (36)
  • Bild (37)
  • Bild (38)
  • Bild (39)
  • Bild (4)
  • Bild (40)
  • Bild (41)
  • Bild (42)
  • Bild (43)
  • Bild (44)
  • Bild (45)
  • Bild (46)
  • Bild (47)
  • Bild (48)
  • Bild (49)
  • Bild (5)
  • Bild (50)
  • Bild (51)
  • Bild (52)
  • Bild (53)
  • Bild (54)
  • Bild (55)
  • Bild (56)
  • Bild (57)
  • Bild (58)
  • Bild (59)
  • Bild (6)
  • Bild (60)
  • Bild (61)
  • Bild (62)
  • Bild (63)
  • Bild (64)
  • Bild (65)
  • Bild (66)
  • Bild (67)
  • Bild (68)
  • Bild (69)
  • Bild (7)
  • Bild (70)
  • Bild (71)
  • Bild (72)
  • Bild (73)
  • Bild (74)
  • Bild (75)
  • Bild (76)
  • Bild (77)
  • Bild (78)
  • Bild (79)
  • Bild (8)
  • Bild (80)
  • Bild (81)
  • Bild (82)
  • Bild (83)
  • Bild (84)
  • Bild (85)
  • Bild (86)
  • Bild (87)
  • Bild (88)
  • Bild (89)
  • Bild (9)
  • Bild (90)
  • Bild (91)
  • Bild

Inhalt nicht verfügbar

Inhalt nicht verfügbar

X

Right Click

No right click