Institut für Pathologie - Genesungsheim

Nordwestlich der Bahnlinie zwischen Wiltbergstraße, Pölnitzweg, Röbellweg und Bucher Forst erstreckt sich die vierte der Bucher Krankenhausanlagen. Die 1909-14 nach Entwurf von Ludwig Hoffmann ausgeführte IV. Städtische Irrenanstalt (Genesungsheim), Wiltbergstraße 50/92, war zunächst als Nervenklinik geplant, diente aber 1914-18 als Militärlazarett, ab 1919 als Kindergenesungsheim und seit 1941 als Allgemein-Krankenhaus. Die trotz der Nutzungsänderungen weitgehend in ihrer bauzeitlichen Form erhaltene Klinikanlage war in Struktur und Gestaltung auf die ursprünglich geplante Funktionbezogen. Hoffmann schuf einen kompakten und nach außen abgeschlossenen Komplex mit mehr als 30 Bauten, für die er eine ungewöhnliche architektonische Vielfalt fand.

Berühmtheit erhielt die Patholgie nach Kriegsende im Mai 1945. Die angekohlten Leichen von Hitler und Eva Braun wurden am 4. Mai 1945 von den Rotarmisten Tschurakow, Olejnik und Serouch aus einem Bombentrichter an den Mauern der Reichskanzlei in Berlin freigeschaufelt. Man hüllte die Leichen in eine Decke ein. Bald danach wurde die Leiche des Führers zur Identifizierung in den Berliner Vorort Buch in das sowjetische Feldlazarett 496 gebracht, und dort im Keller aufbewahrt.

Am 8. Mai 1945 fand dort in der örtlichen Klinik eine gerichtsmedizinische Expertise statt. Die Chefpathalogieanatomen der Roten Armee, Oberst Krajewski, die Ärztin Anna Maranz sowie den Ärzten Boguslawski und Gulkewitsch, nahmen unter der Leitung von Chefsachverständige der 1. Weißrussischen Front, Faust Iossifowitsch Schkarawski die Obduktion vor. Nach dem offiziellen Obduktionsbericht (siehe Seite 34), lautet die Schlußfolgerung: "Das Vorhandensein der Überreste einer zerdrückten Glasampulle in der Mundhöhle ... der ausgeprägte Bittermandelgeruch ... und die gerichtschemische Untersuchung der inneren Organe, wobei Zyanverbindungen festgestellt wurden ... gestatten der Kommission, den Schluß zu ziehen, daß der Tod in diesem Fall durch Vergiftung mit Zyanverbindungen verursacht wurde." Im Laufe der Zeit verlor die Pathologie ihre Bedeutung.

1956 wurde in der Nachbarschaft das Institut für kortiko-viszerale Pathologie und Therapie geründet und war ein medizinisches Forschungsinstitut mit Sitz in Berlin-Buch. Gründer und Direktor des Instituts während des gesamten Bestehens war Rudolf Baumann, zur damaligen Zeit ärztlicher Direktor des städtischen Hufeland-Krankenhaus in Berlin-Buch, aus dessen klinischer Forschungsabteilung für Schlaftherapie das Institut entstanden war. Es war zunächst dem Hufeland-Krankenhaus zugeordnet, zwei Jahre nach der Gründung wurde es ein Akademieinstitut der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, der späteren Akademie der Wissenschaften der DDR.


Standort: Berlin / Germany

Eigentümer: Land Berlin

Bauherr: Magistrat von Berlin

Architekt: Ludwig Hoffmann

Fotograf: Denny Müller

Status: Leerstand

Stand: 2018

Quelle: In den Tod geschickt. Was in den Jahren 1939/40 in der 3. Heil- und Pflegeanstalt Berlin-Buch geschah. Beiträge zu den Euthanasie-Verbechen während der Hitler-Diktatur, hrsg. von Albatros e. V., Berlin 2005 / Lew A. Besymenski: "Der Tod des Adolf Hitler. Unbekannte Dokumente aus Moskauer Archiven". Christian Wegner Verlag, Pankow zwischen Idylle und Metropole/Bebra Verlag, Wikimedia Foundation Inc.

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