Wednesday, 18 October 2017

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Sporthotel und Kongresszentrum

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Sporthotel und Kongresszentrum des Sportforums Berlin

Der einstige DDR-Vorzeigebau steht seit mehr als zehn Jahren leer. Die Berliner Niederlassung TLG Immobilien sind die Eigentümer von dem 6,3 Hektar großen Rand-Grundstückes des Sportforums. 2002 plante eine Unternehmensgruppe ein hochkarätiges Ensemble mit Mehrzweck- und Tennishallen, Badminton-, Bowling- und Squash-Anlagen, Fitness-Center und Restaurants. Kosten: 50 Millionen Euro. Das Unternehmen Leicher GmbH & Co Beteiligungs-KG Bernau ging dieser Zeit in die Insolvenz. Berlin gehören seit 1998 die übrigen knapp 50 Hektar des Sportforum-Geländes, darunter alle 25 Sportstätten. Seit der Wende flossen schon fast 100 Millionen Euro in die Sanierung des von Europas größtem Sport- und Trainingszentrum, für das 1954 Baubeginn war.

Der SC Dynamo Berlin war ein DDR-Sportclub, der von 1954 bis 1991 existierte. Er war ein Zentrum leistungssportlicher Förderung der Sportvereinigung Dynamo (Sportvereinigung des Ministeriums des Innern/Polizei und des Ministeriums für Staatssicherheit). Der SC Dynamo Berlin nutzte einen großzügigen, noch heute existierenden Sportkomplex in Berlin-Alt-Hohenschönhausen, das sogenannte Sportforum (auch Dynamo-Sportforum) mit Leichtathletikstadion, Turnhallen, Schwimmhalle, Rollschuhbahn, Eishockeyhalle, Eisschnelllaufbahn, und Radrennbahn.

In den Jahren 2007-2008 diente die Anlage als Filmkulisse für die Sat1 Serie "GSG 9 - Ihr Einsatz ist ihr Leben", welche aus 25 Episoden a 2 Staffeln bestand. Aufgrund niedriger Quoten wurde die Serie schnell eingestellt. Das Bundeseinsatzkommando - kurz BEK - ist die in der 1. Staffel der TV-Serie etwas merkwürdigerweise aufgetauchte Kommandoeinheit der Bundespolizei und damit der fiktive, bundespolizeiliche Gegenpart zum Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr.  Für die Dreharbeiten wurde das alte Kongresszentrum am Weißenseer Weg umgebaut und diente in der Serie als das Lagezentrum der  "GSG "9.


Fotoaufnahmen: Denny Müller

Quelle: Bundesarchiv, Landesarchiv Berlin, Sat1

Zustand: verschlossen


Kernkraftwerk Stendal

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Das Kernkraftwerk Stendal ist ein nicht fertiggestelltes und teilweise abgerissenes Kernkraftwerk. Es wurde in der DDR in der Gemeinde Niedergörne im damaligen Bezirk Magdeburg nahe der Ortschaft Stendal erbaut und sollte zudem das größte Kernkraftwerk in der DDR werden. Nach der Fertigstellung wäre die Anlage mit einer Gesamtleistung von 4000 Megawatt – gesamtdeutsch betrachtet – auch das größte Kernkraftwerk in Deutschland geworden.

Die Planungen für das dritte DDR-Kernkraftwerk im Bezirk Magdeburg wurden in einen Beschluss auf dem 8. Parteitag der SED aufgenommen. Bereits 1974 hatte man Kontakt zu der Sowjetunion aufgenommen, da man sich für insgesamt zwei Reaktoren des Typs WWER-440/213 interessierte. In seiner ersten Planungsphase trug das Kraftwerk den Namen "KKW III" später "KKW Magdeburg" und letzlich mit seiner Firmengründung am 01.01.1975 "VEB KKW Stendal".

Der Bau von zwei 1000-MW-Blöcken wurde im Protokoll Nr. 5 von den staatlichen Organen der DDR und der UdSSR im September 1979 endgültig beschlossen. In der ersten Baustufe wurde am 1. Dezember 1982 mit dem Block 1 begonnen. Baubeginn für Block 2 war am 1. Dezember 1984. Die Blöcke 3 und 4 blieben vorerst in der Planungsphase. Der Block 1 des Kraftwerkes sollte zwischen September und Dezember 1991 ans Netz gehen, Block 2 zwischen April und Juni 1993. Die Betriebsaufnahme für Block 3 war zwischen September und Dezember 1996 vorgesehen und für Block 4 nach 1996.

Typisch für diese und ähnliche Anlagen russischer Bauart sind die zwei Kühltürme pro Reaktorblock (170.000 m³/h) – insgesamt waren im KKW Stendal also in der letzten Ausbaustufe acht Kühltürme geplant – sowie das mit dem Reaktorgebäude verbundene Maschinenhaus. Die Kühltürme sollten eine Überhitzung der Elbe verhindern. Sie waren mittels Rohrleitungen mit 2,6 m Durchmesser mit den Hauptkühlwasserpumpen jedes Blockes verbunden. Geplant war unter anderem auch ein Zwischenkühlkreislauf, da die Elbe nicht genug Wasser aufbringt, um alle vier Reaktoren zu kühlen. Zusätzlich war ein Nebenkühlwassersystem vorgesehen, das über Sprühteiche versorgt werden sollte. So stellte jeder Block eine autonome Arbeitseinheit dar.

Der Turbosatz bestand aus einer Turbine und einem Generator TBB-1000-2 je Block.

Die erzeugte elektrische Energie sollte über das 3,5 km entfernte Umspannwerk Schwarzholz in das 220/380-kV-Verbundnetz der DDR eingespeist werden.

Ein Novum bei der Anlage in Stendal stellte das vom Schwermaschinenbaukombinat Magdeburg in Verbindung mit dem Moskauer Planungsbüro für Reaktortechnik modifizierte Containment dar. Dieses sollte in einer neuartigen Stahlzellenverbundtechnik produziert werden, wodurch es sich von den russischen Anlagen gleichen Bautyps unterschied.

Nach der Wiedervereinigung wurde am 17.09.1990 vorläufig und endgültig 01.03.1991 der Bau der beiden begonnenen Blöcke aufgrund genereller Sicherheitsmängel der sowjetischen Reaktorbaureihe eingestellt. Block 1 war zu 85 Prozent und Block 2 zu 15 Prozent fertiggestellt. Die drei existierenden Kühltürme mit je 150 Metern Höhe wurden 1994 und 1999 gesprengt.

Der oberirdische Verbindungsgang (typisch für russische Kernkraftwerke aller Bauarten), der alle Kraftwerksgebäude miteinander verband, wurde größtenteils abgerissen. Teile der beiden Reaktorgebäude und das Dieselgeneratorengebäude stehen noch. Der Reaktordruckbehälter wurde 1990/1991 im Zuge der Stilllegung der Baustelle in Hamburg zerlegt und verschrottet.

Auf einem Teil des Geländes befindet sich heute ein Industriepark mit einem Zellstoffwerk und dem Feuerwehrtechnischen Zentrum des Landkreises Stendal.

Sämtliche Reaktorgebäude werden derzeit abgerissen. Die Werkshallen bleiben bestehen. Das Gelände sowie die Hallen befinden sich in privater Hand und stehen zum Verkauf.


Fotoaufnahmen: Andre901 (Aufnahmen aus der Bauzeit)

Zustand: derzeit im Abriss befindlich

Bundesland: Sachsen-Anhalt / Germany

Eigentümer: Energiewerke Nord GmbH

Quellen: wiki

Weblinks: www.ewn-gmbh.de/


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