Friday, 24 March 2017

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Berufschule für Geodäsie und Kartografie

Ab 1954 wurden einheitlich organisierte Betriebsberufsschulen (BBS) gegründet. Auch die Ausbildungseinrichtung in Alt-Brieselang wurde umgewandelt und war neben der berufspraktischen nun auch für die schulische Ausbildung verantwortlich.

Am 01.09.1962 wurde auf Beschluss der Leitung des Vermessungs- und Kartenwesens die Betriebsberufsschule in Eichwalde auf dem Gelände der ehemaligen Grenzpolizei gegründet. Die Mitarbeiter und Auszubildende der Betriebsberufsschule des Potsdamer und des Berliner Betriebes wurden zur neuen Betriebsberufsschule des VEB Ingenieurvermessungswesen Berlin in Eichwalde zusammengefasst. Ab 1966 erfolgte nach Fertigstellung des Theoriegebäu des parallel zur praktischen Ausbildung auch die theoretische Ausbildung an der Betriebsberufsschule in Eichwalde. Die Schule bildete zu Beginn ihrer Entstehung 95 Vermessungsfacharbeiter/innen und 14 Kartographiezeichner/innen aus. Wenige Jahre später waren es bereits 120 Auszubildende. 

Seit der Gründung des sogenannten Kombinats für Geodäsie und Kartographie (KGK) im Jahre 1971 entwickelte sich die BBS in Eichwalde zu einer modernen überbetrieblichen und überregionalen Ausbildungsstätte für die ehemaligen Bezirke Berlin, Frankfurt (Oder), Potsdam, Cottbus, Halle, Magdeburg, Leipzig und Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz). In der Zeit von 1975 bis 1977 entstanden auf dem Gelände der BBS ein Mehrzweckgebäude und ein neues Hauptgebäude, so dass die Kapazität der Schule auf 200 Auszubildende erhöht werden konnte. Die Einführung neuer Ausbildungsunterlagen im Jahr 1977 hatte zur Folge, dass aufgrund neuer technischer und bildungsökonomischer Entwicklungen die Ausbildung von Kartographiefacharbeitern in der BBS in Eichwalde eingestellt wurde.

Die politische Wende im Herbst 1989 war auch für die BBS in Eichwalde Auslöser zahlreicher Veränderungen. Unter der neuen Bezeichnung „Aus- und Fortbildungszentrum" (AFZ) war sie als nachgeordnete Landeseinrichtung ab November 1990 dem brandenburgischen Innenministerium zugeordnet. In Umsetzung des dualen Ausbildungsprinzips wurden theoretische und praktische Ausbildungsinhalte schrittweise entkoppelt. Die schulische Ausbildung erfolgte von 1993 bis 1994 noch im AFZ unter Verantwortung des Oberstufenzentrums Dahme-Spreewald. Später wurde die schulische Ausbildung im Land Brandenburg auf drei Oberstufenzentren in den Landkreisen verteilt. 

Seit März 1994 ist das AFZ Teil des ehemaligen Landesvermessungsamtes Brandenburg, welches 2002 in den Landesbetrieb Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB) umgewandelt wurde. Aus dem AFZ wurde die „Zentrale Aus- und Fortbildungsstätte" (ZAF). 

Die baulichen Anlagen waren nun überdimensioniert und befanden sich in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand. Um eine gute überbetriebliche Ausbildung auch weiterhin gewährleisten zu können, wurde der Standort der ZAF an den Betriebssitz der LGB nach Frankfurt (Oder) verlagert. 

Im August 2009 hat das Finanzministerium das Grundstück der ehemaligen Landesvermessungsschule in Eichwalde an den AWO Regionalverband Brandenburg e.V. verkauft. Im Jahre 2012 erfolgte dann der Abriss.


Fotoaufnahmen: Denny Müller

Quelle: Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg



Eierhäuschen

Das Eierhäuschen war ein beliebtes Berliner Ausflugslokal gegen Ende des 19. Jahrhunderts und ist der Schauplatz eines Kapitels des Romans „Der Stechlin" von Theodor Fontane. Es befindet sich am Rande des Plänterwalds direkt am Ufer der Spree.

Über die Entstehung des Namens des Lokals gibt es zwei Theorien: Entweder weil der Wächter der Ablage nebenbei Eier an die Spreeschiffer verkaufte, oder weil der Preis bei einem örtlichen Ruderwettbewerb aus einem Schock Eier bestand, wurde die Spreeschönheit so sonderbar benamst, wie es bei Fontane heißt.

1837 entstand das Gasthaus zum Eierhäuschen. Nach mehreren Bränden in den Jahren 1890 bis 1892 wurde der heute noch erhaltene Backsteinbau errichtet und 1902 um eine Veranda und ein Saal erweitert worden.

1970 - 1973 erfolge dann die Rekonstruktion und Umbau mit Unterstützung des Rates des Stadtbezirks Treptow.

Als hinderlich für eine Reaktivierung des Eierhäuschens erweist sich die noch aus Zeiten des VEB Kulturparks fortbestehende Zuordnung der Gaststätte zur Liegenschaft Spreepark, obwohl sie außerhalb dessen Einzäunung liegt. Eine vom Berliner Abgeordnetenhaus beschlossene Herauslösung der Immobilie aus dem seit Ende 2001 insolventen Spreepark wurde seitens des Berliner Senats nicht umgesetzt, da man sich größere Vermarktungschancen für die Spreepark-Fläche erhofft.

Für das stark sanierungsbedürftige denkmalgeschützte Gebäude soll 2014 durch das Land Berlin und den Bezirk ein gemeinsames Nutzungskonzept mit dem landeseigenen Spreepark gefunden werden. Mittlerweile wurden nach Übernahme des Spreeparks durch das Land Berlin erste Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Eine Sicherung des Daches soll noch 2014 erfolgen, weitere denkmalgerechte Sanierungsmaßnahmen ab 2015.



Fotoaufnahmen: Wesenstein (2009-2014)