Wednesday, 29 March 2017

Ministerien der DDR

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Der Ministerrat der DDR war seit November 1950 die Regierung der DDR. Er war laut Verfassung das höchste exekutive Organ des Staates und wurde ausschließlich von der SED und den mit ihr im „Demokratischen Block" vereinten Parteien gebildet. 1950 bestand er aus 18 Mitgliedern, 1989 gehörten ihm 39 Mitglieder an.

Im Juni 1950 wurde im Zentralkomitee der SED Abteilungen gebildet, die den Ressorts der Ministerien entsprachen. Diese Fachabteilungen im Zentralkomitee der SED waren die eigentlichen Entscheidungszentren. Der Ministerrat wurde von einem Vorsitzenden (Ministerpräsident) geleitet. Es gab zwei 1. Stellvertretende Vorsitzende und neun weitere Stellvertretende Vorsitzende. Zusammen mit einigen Fachministern bildeten sie das Präsidium des Ministerrats. Das Präsidium bereitete sämtliche Entscheidungen in Absprache mit den zuständigen Abteilungen des Zentralkomitees (ZK) der SED und dem SED-Politbüro vor. Die Sekretäre und Abteilungsleiter im ZK der SED konnten den Ministern Anweisungen erteilen.

Vom Büro des Ministerrates wurde auch das Gesetzblatt der DDR herausgegeben. Seit 1983 wurde beim Ministerrat der elektronische "Zentrale Kaderdatenspeicher" (ZKDS) der DDR geführt. Außerdem bestand beim Ministerrat das Presseamt, das regierungsamtliche Verkündungen erließ und für die Akkreditierung der ausländischen Journalisten in der DDR zuständig war.

Dienstsitz des Ministerrats war von 1950 bis 1953 der frühere Preußische Landtag, ab 1961 das frühere Alte Stadthaus in Berlin-Mitte in der Klosterstraße 47. Die Ministerien hatten eigene Gebäude in Berlin. Im Haus der Ministerien in der Leipziger Straße nahe der Berliner Mauer waren die Fachministerien der Wirtschaftszweige zusammengefasst.

Neben den in jeder Regierung üblichen Ressorts war der Ministerrat geprägt durch eine Vielzahl von Industrieministerien, deren Koordinierung und Kontrolle vorrangig durch die Staatliche Plankommission erfolgte.


Die Ministerien in der ehemaligen DDR :

Übliche Ministerien

Außenministerium

Ministerium der Finanzen

Ministerium für Verkehrswesen

Post- und Fernmeldewesen

Kultur

Volksbildung

Hoch- und Fachschulwesen

Wissenschaft und Technik

Umweltschutz und Wasserwirtschaft

Justiz

Ministerien der bewaffneten Organe

Ministerium des Innern (MdI)

Ministerium für Staatssicherheit (MfS)

Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV)

Ministerien der Wirtschaftszweige

Erzbergbau, Metallurgie und Kali

Elektrotechnik und Elektronik

Kohle und Energie

Chemische Industrie

Aufbau/Bauwesen

Grundstoffindustrie

Glas- und Keramikindustrie

Materialwirtschaft

Werkzeug- und Verarbeitungsmaschinenbau

Allgemeiner Maschinen-, Landmaschinen- und Fahrzeugbau

Schwermaschinen- und Anlagenbau

Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft

Leichtindustrie

Bezirksgeleitete und Lebensmittelindustrie

Handel und Versorgung

Außenhandel

Ministerien gleichgestellte Kommissionen

Staatliche Plankommission

Komitee der Arbeiter- und Bauerninspektion

Leiter des Presseamtes

Andere Regierungsstellen des Ministerrates

Staatssekretariat für Arbeit und Löhne

Staatssekretariat für Kirchenfragen

Staatliche Komitee für Körperkultur und Sport

Amt für Preise

Staatliche Zentralverwaltung für Statistik (SZS)

Amt für Standardisierung, Messwesen und Warenprüfung (ASMW)

Amt für Industrielle Formgestaltung (AiF)