Friday, 24 March 2017

Sternecker Brauerei

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Das ehemalige Schloss Weißensee war die volkstümliche Bezeichnung für das schlossähnliche Bauwerk, das sich bis zum Brand im Jahr 1919 im heutigen Park am Weißen See im Ortsteil Weißensee des Berliner Bezirks Pankow befunden hatte. schloss_weissensee1874 wurde das „Schloss" verpachtet und zu einer Vergnügungsstätte umgebaut, deren Betreiber zunächst häufig wechselten. Schließlich entwickelte Rudolf Sternecker das Unternehmen zu dem vielbesuchten, See und Park einschließenden „Welt-Etablissement Schloss Weißensee". Zum Vergnügungspark mit Seeterrasse gehörten Rutschbahn, Musikpavillon, Würfelbuden, Karussells sowie zwei Tanzsäle und verschiedene Bierlokale; sogar Ballonfahrten wurden geboten.

Aufgrund durch sein einträgliches Geschäft, etabliert sich 1885/86 am Weißen See in der Königschaussee (heute Berliner Allee) die Brauerei Sternecker. Von 1912 an führte sie den Namen Enders Brauerei. Nachdem der Brauereibetrieb dort in den Zwanziger Jahren sein Ende fand, bezog das Fleischerhandwerk die Fabrikhallen.

Im Zweiten Weltkrieg wurden auf einem Teil des Betriebsgeländes Zwangsarbeiter der Firma Siemens untergebracht. Mit dem Bombenangriff am 19. Mai 1944 auf Berlin wurden große Teile total zerstört. Im Mai 1945 wurde die Brauerei, wie auch viele andere Weißenseer Betriebe, durch die Rote Armee besetzt. Dann folgte 1949 die Übergabe in Volkseigentum. 1959 zum Bestandteil des VEB Berliner Brauereien geworden, wurde der Betrieb zehn Jahre später zum neugebildeten Getränkekombinat und 1972 zu dessen Stammbetrieb. Es folgte die Zeit als Energiekombinat, als Betriebsteil Abnehmerumstellung Gas.sternecker Mit der Fusion des VEB Energieversorgung Berlin mit dem VEB Gasversorgung zum „VEB Energiekombinat Berlin" wurde ab 1. Januar 1979 die gesamte Energieversorgung Berlins (Ost) in eine Hand gelegt. Das Kombinat unterstand bis 1990 dem Ministerium für Kohle und Energie der DDR.

Das ehemalige Restaurant und der Ballsaal wurden unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg als Restaurant "MOCKBA" bzw. Verkaufseinrichtung für sowjetische Offiziere genutzt. 1946/47 wurde es wieder zum kommunalen Gebäude mit dem Namen "Volkshaus". Restaurant und Saalanbau führten ab 1949 den Namen "Café Moskau" und seit 1952 "HO-Gaststätte Volkshaus Weißensee". Seit Beginn der 1970er Jahre wurde hier das Kreiskulturhaus Weißensee gegründet. Nach der baulichen Instandsetzung erhielt es 1984 den Namen Kreiskulturhaus "Peter Edel" (KKH "Peter Edel"). Das Bezirksamt Weißensee nutzte das Gebäude nach 1990 als "Kulturhaus Weißensee". Nach der Bezirksfusion wurde der Kulturbetrieb zum Jahresende 2007 durch das Bezirksamt Pankow geschlossen. Anschließend nutzte die Künstlervereinigung WALLYWOODS das Gebäude, bevor der Spielbetrieb am 12. November 2010 endgültig eingestellt werden musste.

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Fotoaufnahmen: Denny Müller / Museumsverbund Pankow

Panoramen: nicht vorhanden

Zustand: 2013 saniert worden

Karte: GoogleMaps

Bundesland: Berlin / Germany

Eigentümer: Altbaugesellschaft Sternecker Brauerei mbH & Co.KG

Quellen: Denkmalliste Berlin, Nr. 09030611

              Berliner Allee 121/125, Sternecker Brauerei, Fabrikgebäude, 1885-86, Um- und Anbauten, 1922-27

              Walter Püschel, Spaziergänge in Weißensee (Berlinische Reminiszenzen No. 67), Berlin 1993

              Lothar Uebel, Die Neue Welt in der Hasenheide: Über hundert Jahre Vergnügen und Politik Berlin 1994

              Alles nach Weissensee zum Sternecker - Vergnügungsstätten in Weissensee, Berlin 1997

              Museumsverbund Pankow

Weblinks: http://www.profi-partner.de