Friday, 17 November 2017

Hyparschale

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Das 1969 nach den Plänen des Bauingenieurs Ulrich Müther errichtete Ausstellungszentrum im Magdeburger Kulturpark Rotehorn besteht aus der als »Hyparschale« bezeichneten Mehrzweckhalle, vier Leichtbauhallen und 3000 m² Freifläche. Das Gebäude steht seit 1990 unter Denkmalschutz.

Die Stahlbetondecke der Hyparschale ist selbsttragend, besteht aus vier hyperbolischen Paraboloiden, je 24x24 m, die eine Grundfläche von 48 Meter überspannen. Auf der Dachfläche der Stahlträger wurde Spritzbeton aufgetragen. Die Lasten der vier Dachschalen werden als Schrägstützen zum Erdboden hin geführt, daher ist die Außenfläche stützenfrei und nahezu vollständig aus einer Copilit-Verglasung. Architekturkritiker belegen diese Bauweise mit den Attributen filigran, leicht und schwerelos. Das Konstruktionsprinzip entspricht dem Teepott Warnemünde, der ehemaligen Großgaststätte Ahornblatt in Berlin und dem Restaurant Ostseeperle in Glowe auf Rügen. Unter anderem entstand 1972 auch die Gaststätte Panorama in Schwerin nach diesem Prinzip.

Das Gebäude hat mittlerweile einen erheblichen Sanierungsbedarf, eine Sanierung des Daches wird zwei Millionen Euro kosten. Seit 1997 ist die Halle baupolizeilich gesperrt. Ein Abriss konnte durch zwei Gutachten abgewendet werden. Im Jahr 2008 schrieb die Stadt 150 Investoren für einen Kauf an. Um die Hyparschale sanieren zu können, hält die Stadt Magdeburg erhebliche Mittel für die Dach- und Fassadensanierung bereit.

Im Juli 2012 gründete sich ein überparteilicher Magdeburger Verein, der sich die Rettung und eine weitere Nutzung der Hyparschale zum Ziel gesetzt hat.

Im November desselben Jahres veröffentlichte der Verein Kreativwirtschaft Sachsen-Anhalt (KWSA) eine Studie, welche die Hyparschale als Gründerzentrum für junge Unternehmer im Industriedesign, aus der Film- und Werbewirtschaft sowie Softwareprogrammierung vorschlägt. Die benachbarte Messehalle könne ebenfalls genutzt werden.


Fotoaufnahmen: Denny Müller

Quelle: wikipedia