Saturday, 16 December 2017

Kläranlage Falkenberg

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Am 28. Oktober 1869 bewilligte die Berliner Stadtverordnetenversammlung die Mittel für die Pachtung eines Versuchsfeldes des dem Militärfiscus gehörenden Tempelhofer Feldes, auf dem die Versuche über die Verwertung der städtischen Abwässer im Rieselbetrieb durchgeführt werden sollten. Am 6. März 1873 beschloß die Berliner Stadtverordnetenversammlung, die allgemeine und systematische Kanalisation Berlins zur Entwässerung und Reinigung der Stadt einzurichten.

Die Stadt Berlin kaufte 1875 das Rittergut Falkenberg und das Gut Bürknersfelde mit einer Fläche von 760 ha für die Anlegung von Rieselfeldern. 1876 begann auf den Berliner Rieselfeldern der Rieselbetrieb. Auf dem Rieselfeld Falkenberg wurde ab 1879 aus dem Radial-System IV und ab 1881 auch aus dem Radial-System V gerieselt.

Bereits in den dreißiger Jahren gab es Überlegungen, die Rieselfeldwirtschaft aus der Stadt heraus zu verlegen oder durch Klärwerke zu ersetzen. Im Zuge der großstädtischen Entwicklung entstand zudem in den Jahren 1963 bis 1968 das Klärwerk Falkenberg und ersetzte somit ab dem 10. Januar 1968 die Rieselfelder. Das Klärwerk Falkenberg im heutigen Bezirk Marzahn-Hellersdorf diente neben seiner Hauptfunktion als Wasserreinigungsanlage auch als Wasserspender für den kleinen Fluss Wuhle. 1979 - 84 erfolgte der Ausbau der Anlage. 1995 wurde die Schließung beschlossen, weil eine Sanierung zu aufwändig ist. Außerdem geht durch sinkende Einwohnerzahlen der Wasserverbrauch zurück. Das Klärwerk wurde am 25.2.2003 geschlossen, die Abwässer aus dem bisherigen Einzugsgebiet werden zu den Klärwerken Waßmannsdorf und Schönerlinde gepumpt.

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Fotoaufnahmen: Denny Müller  interner Link

Panoramen: Denny Müller  interner Link

Bundesland: Berlin / Germany

Zustand: Leerstand /Abriss 2012

Eigentümer: Berliner Wasserbetriebe

Planende Institution: VEB Bau- und Montagekombinat Kohle und Energie, Kombinatsbetrieb Forschung und Projektierung, Berlin (Architekt) Bendler, Klaus

Quellen: "Rieselfeld und Klärwerk Falkenberg" Dr. sc. med. Wolfgang Clemens

Literatur: Artikel aus der Zeitschrift: Architektur (Berlin) ISSN: 0323-3413 Jg.: 35, Nr.10, 1986 Seite 592-598, Abb.,3 Grundr.,4 Schn.,2 Ans.,12 Aussenaufn.

Weblinks: BWB Pressemitteilung vom März 2003