Tuesday, 27 June 2017

Kraftwerk Vockerode

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Vockerode wird erstmalig 1400 als Vogkenrode und laut einer Urkunde aus Jahr 1480 als Vockenröd erwähnt. Mit Baubeginn des Großkraftwerkes „Elbe" durch die Elektrowerke AG Berlin von 1937 - 1940 (1.Halbwerk) wandelte sich das Ortsbild von einem Bauern- und Fischerdorf hin zum Industriestandort.

Ein weiterer Ausbau auf sechs Turbinen zu je 32 Megawatt fand im Jahr 1939 statt. Mit der gleichen Anzahl von Kesseln gehörte das Großkraftwerk „Elbe" damit zu den leistungsfähigsten Energieerzeugern seiner Zeit. 

Ab 1943 wurde vom Kraftwerk Vockerode nach Berlin das erste HGÜ-Kabel verlegt, das aber nie in Betrieb ging (Elbe-Projekt).

1945-1947 wurden seine Anlagen und Ausrüstungen als Reparationsleistung an die Sowjetunion demontiert. In den Jahren 1953-1959 wurde das Kraftwerk dann mit einem 2. Halbwerk wieder aufgebaut und erweitert. Die Bauplanung oblag dem Dessauer „Büro für Industrieprojektierung" unter Leitung des Architekten Willy Braake.

Für den Standort sprachen die unmittelbare Nähe zu den Braunkohlefeldern und die direkte Lage an der Elbe. Das Werk trug zur Elektrizitätsversorgung der Junkerswerke in Dessau, der Arado Flugzugwerke in Wittenberg sowie der Betriebe der IG-Farben in Bitterfeld und Wolfen bei.

Ab 1968 wurde die Stadt Dessau über eine 15 km lange Leitung mit Fernwärme versorgt. 1971 folgte die Einrichtung als Spitzenlast-Kraftwerk mit Gasturbinen. Seit 1972 wurde eine Gewächshausanlage für Tomaten und Gurken angelegt, die durch das Kraftwerk mit Wärme versorgt wurde. 1994 wurde das gesamte Braunkohlekraftwerk stillgelegt und zwei Jahre später als eines der bedeutendsten Industriedenkmäler Mitteleuropas unter Schutz gestellt.

Im Sommer 1998 fand die Landesausstellung Mittendrin in den zwölf Kesseln des Kraftwerkes statt. Im gleichen Jahr war auch das Gasturbinenkraftwerk letztmalig in Betrieb. Am 22. September 2001 wurden die vier 140 m hohen Schornsteine des Braunkohlekraftwerkes gesprengt. Im Jahr 2005 wurden die Öltanks des Gasturbinenkraftwerkes demontiert.

Daten und Fakten

Kraftwerk

  • Kraftwerksgelände ca. 340.000 qm
  • Kesselhaus ca. 240 m Länge, 40 m Breite, 40 m Höhe
  • Maschinenhaus (Turbinenhalle) ca. 270 m Länge, 28 m Breite, 23 m Höhe
  • Hilfsmaschinenhaus ca. 32 m Höhe

Fernwärmeversorgung

  • Nach Dessau 280 MW
  • Gewächshausanlage Vockerode 100 MW
  • Ort Vockerode 30 MW

Brennstoffversorgung

  • Hauptbrennstoff Rohbraunkohle
  • Förderleistung 500 t/h und Band
  • Kohleverbrauch ca. 15000 t/ Tag
  • Zufuhr Zugbetrieb mit ca. 20 Zügen/Tag


Fotoaufnahmen: Denny Müller

Panorama: Denny Müller 

Quelle: Wiki / KUNST.KRAFT.WERK Vockerode GmbH & Co KG / Rüdiger Schmidt biq-Vattenfall / Thomas Guggi GF Projekt „Marquis de Sade" 

Führungen: AUS TECHNISCHEN GRÜNDEN BLEIBT DAS KRAFTWERK BIS AUF WEITERES GESCHLOSSEN. FÜHRUNGEN SIND DERZEIT NICHT MÖGLICH! (Stand August 2012)

                   Montag - Donnerstag: 10, 12, 14 Uhr, Freitag: 10 Uhr,

                   Samstag, Sonntag und Feiertage: nach Anmeldung und Absprache - Dauer 2 Stunden

Kontakt: Industriedenkmal Kraftwerk Vockerode

              Griesener Straße 32, 06786 Vockerode

              Tel. 03 49 05 | 52-317 und 03 49 05 | 52-473, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Koordinaten: 51° 50′ 43,5″ N, 12° 21′ 31,1″ O