Wednesday, 18 October 2017

Spezialhochbau Berlin

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Der Spezialhochbau Berlin (SHB) war ein volkseigener, dem MfS nachgeordneter Betrieb.  Ab 1968 verfügte das MfS über einen eigenen Baubetrieb, der die Aufgabehatte, alle Investitions- und Sonderbaumaßnahmen durchzuführen. Der mit Wirkung vom 01. Januar 1968 durch den MfS-Befehl Nr. 37/6723 gegründete VEB Montagebau Berlin (VEB MBB) wurde dem Leiter der Hauptverwaltung Bewirtschaftung unterstellt. Der Leiter war auch für die Einarbeitung materieller und finanzieller Pläne des Betriebes in den Gesamtplan des MfS verantwortlich. Der Leiter der Abteilung Finanzen nahm gegenüber dem VEB Montagebau Berlin und der Hauptverwaltung Bewirtschaftung die Funktion eines zentralen Finanzorgans wahr. Die leitenden Stellen des Betriebes, wie Betriebsdirektor, Hauptbuchhalter, Leiter der Projektierung und der Materialversorgung wurden durch besonders „zuverlässige" Mitarbeiter des MfS besetzt. Am 01. Januar 1968 wurde ebenfalls durch den Befehl Nr. 37/6725 aus der bisherigen Aufbauleitung Dynamo der VEB Dynamo-Bau gebildet, der auch dem Leiter der Hauptverwaltung Bewirtschaftung unterstand. Der VEB Dynamo- Bau war für die Durchführung von Sportbauten, Wohnungsbauten und für Bauten zur sozialen und kulturellen Betreuung zuständig. Durch den Befehl 29/74 vom 03. Oktober 1974 wurde mit Wirkung vom 01. Januar 1975 durch die Vereinigung des VEB Montagebau Berlin und des VEB Dynamo-Bau Berlin der VEB Spezialhochbau gebildet.26 Der VEB Spezialhochbau war als Rechtsnachfolger der beiden Betriebe verantwortlich für die Weiterführung aller Aufgaben und Verbindlichkeiten. Der Direktor des Betriebes, von Minister Mielke in seine Funktion eingesetzt, war dienstrechtlich dem Stellvertreter des Leiters der VRD unterstellt. Alle leitenden Positionen wurden auch hier mit Mitarbeitern des MfS besetzt. Die Anleitung und Kontrolle der wirtschaftlichen Tätigkeit nahm die Abteilung Bauwesen der VRD wahr; die Abteilung Finanzen nahm gegenüber dem Betrieb die Aufgaben, Rechte und Pflichten eines Haushalts-, Bank- und Revisionsorgans wahr. 

Zustand: nicht öffentlich zugänglich

Quelle:

Diplomarbeit von Nora Kuhlicke und Beate Rost

"Zur Entstehung und Entwicklung des Zentralen Dienstkomplexes des Ministeriums für Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg, Normannenstraße 22, zwischen 1950 und 1989/90"